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Renate Gentner | Mediation & Moderation 0179 502 58 48 | 089 759 98 248 kontakt@renate-gentner.de

10 Tricks um unnötige Alltagskonflikte zu schlichten

1. Essen Sie erst mal was!

In der ersten Zeit der Beziehung mit meinem Mann sind wir bei eigentlich banalen Themen aneinander geraten. Bis es mir auf einmal wie Schuppen von den Augen fiel: Er hat einfach nur Hunger. Wenn er heute gereizt auf „Wie war dein Tag heute in der Firma“ oder „Was möchtest du am Wochenende unternehmen“ reagiert, frage ich erst mal nach, ob er was essen möchte. Und siehe da, nach einer großen Portion Nudeln mit Tomatensoße ist er wieder ansprechbar. Er freut sich mit mir den Sonntag zu planen und reserviert sofort einen Tisch zum Brunch in unserem Lieblingslokal.

2. Verschieben Sie auf später!

Ist jetzt gerade der richtige Zeitpunkt die Planung für den nächsten Urlaub zu besprechen? Oder geht es um ein unangenehmeres Thema wie die miserablen Schulnoten des Sohnes? Sorgen Sie dafür, dass alle Familienmitglieder Zeit haben und keiner angespannt auf die Uhr schaut. Beim Termin entspannen heiße Getränke, egal, ob Kaffee oder Tee im Winter. Im Sommer servieren Sie eisgekühlte Johannisbeerschorle bzw. die Lieblingsgetränke Ihrer Familie.

3. Reden Sie Tacheles!

Sagen Sie klar was Sie möchten, nicht was Sie nicht möchten. Also zum Beispiel „Ich möchte nächsten Sonntag nicht zu Deinem Vater ins Altenheim fahren“, sondern stattdessen: “Mir ist es wichtig am kommenden Wochenende bei schönen Wetter am See zu chillen.“ Sprechen Sie auch Themen an die eher unangenehm sind und deshalb gerne gemieden werden. Meist ist der andere froh, dass Sie den Anfang machen. Schon lange sollte darüber gesprochen werden, ob die Oma einen Pflegedienst braucht. Und wer kümmert sich um sie, wenn Sie nach Spanien in Urlaub fahren? Verdrängte Themen drücken oft die Alltagsstimmung und wir gehen schon bei Kleinigkeiten in die Luft.

4. Vergewissern Sie sich er hört zu!

Hört der andere zu oder ist er in Gedanken gerade bei seinem letzten Gespräch mit einem anstrengenden Kunden? Oder vielleicht sitzt er gerade gar nicht neben Ihnen und Sie rufen aus einem anderen Raum etwas zu? Das bedeutet er bekommt akustisch gar nicht mit, was Sie sagen. Oder schneidet der Nachbar gerade seine Hecke und es ist laut im Raum und Ihr Partner ist deshalb abgelenkt und unkonzentriert? Am besten stehen oder sitzen Sie so, dass Sie seine Gestik und Mimik sehen können. Vergewissern Sie sich bei wichtigen Themen, dass die Botschaft angekommen ist: „Okay, du holst diesen Mittwoch, ausnahmsweise, unseren Sohn Tobi um 13 Uhr von der Schule ab.“ Darauf sollte ein klares „ja“ folgen. Sonst lieber nochmal nachfragen.

5. Versetzen Sie sich in die Lage des anderen!

Können Sie sich vorstellen, warum der andere so handelt? Ist die Situation für Sie nachvollziehbar? Es geht nicht darum seinem Verhalten zuzustimmen. Seine Sichtweise zu verstehen bedeutet nicht einverstanden sein. Sie finden es nicht toll, dass Ihr Mann Ihre Tochter angeschrien hat, weil sie zu spät nach Hause kam? Sie können verstehen, dass er sich um Lisa gesorgt hat, zumal er ihren neuen Freund noch nicht kennt. Um sich besser in den anderen rein zu versetzen können Sie sich folgende Fragen stellen: „Was hat ihn wütend gemacht?“ oder in anderen Situationen: “Was würde ich an seiner Stelle tun? Warum macht er das so und nicht anders? Welche positive Absicht könnte er haben? Dadurch entsteht Verständnis und Empathie die im miteinander so wichtig sind.

6. Sprechen Sie von sich!

Gerade wenn Emotionen wie Wut, Ärger oder Trauer hochkommen, ist es wichtig von sich zu sprechen: “Mir ist Zuverlässigkeit wichtig und ich möchte wie vereinbart um 19Uhr abgeholt werden“  und nicht: „Du bist immer so unzuverlässig und hälst Dich nie an die Zeit die wir ausgemacht haben“.

Wenn Sie in den „Vorwurfsmodus“ fallen, ist es besser Sie atmen erst mal tief durch und überlegen, was für Sie hilfreich ist. Sind Sie so aufgewühlt, dass das nicht geht ist es besser die Situation zu verlassen. Erst wenn Sie sich beruhigt haben und klar ist, was Sie wollen, gehen Sie wieder auf den anderen zu.

7. Sind Sie nicht mehr sauer!

Sie haben sich gestritten und es rumort immer noch in Ihnen? Überlegen Sie sich, ist es die Sache wert noch weiter zu grollen? Oder muss der Verlauf des Streits bzw. das Thema nochmal angesprochen werden? Sie möchten nicht so respektlos behandelt werden? Dann bitten Sie in einer ruhigen Minute um ein Gespräch. Sagen Sie dann wie es Ihnen geht und was Ihnen wichtig ist.

8. Entschuldigen Sie sich!

Es tut Ihnen leid Ihren Mann vor Ihrer Freundin als unzuverlässig und arbeitsscheu benannt zu haben? Dann sagen Sie ihm das! Oder Sie waren im letzten Streit zu heftig und Ihnen sind Wörter rausgerutscht die sie Ihren Kindern verboten haben? Dann entschuldigen Sie sich! Ein ehrliches „tut mir leid“ kann Wunder bewirken. Sagen Sie ihm auch was Sie an ihm schätzen! Ist es sein Humor oder dass er bei den ständigen Fragen des kleinen Sohnes immer ganz geduldig antwortet?

9. Bieten Sie Hilfe an!

Ihr Partner hat mit seiner Kollegin Ärger im Büro oder er macht sich Sorgen um seine kranke Mutter? Fragen Sie ihn wie Sie ihn unterstützen können. Hilft es ihm eher, wenn Sie ihm Arbeit im Haushalt abnehmen und diesmal selbst den Müll herunter bringen? Oder braucht er eher seelischen Beistand und ihm geht es besser, wenn Sie sich Zeit nehmen und ihm einfach nur zuhören? Denken Sie daran seine Wahrnehmungsfähigkeit ist vermutlich zurzeit eingeschränkt. Nutzen Sie Ihr Einfühlungsvermögen, um zu sehen, was er gerade braucht. Und es hat nichts persönlich mit Ihnen zu tun, wenn Sie freudestrahlend mit der neuen Frisur vor ihm stehen und er reagiert gar nicht darauf.

10. Bedanken Sie sich auch mal!

Über was freuen sie sich im  Moment? Gerade das was oft so selbstverständlich erscheint können Sie benennen: „Vielen Dank, dass du schon alle Teller und Tassen aus der  Spülmaschine ausgeräumt hast.“

Überraschen Sie Ihren Partner bei einem kleinen Streit und sagen Sie ihm was Sie an ihm schätzen. Jeden Abend bringt er seine 8-jährige Tochter Laura ins Bett und liest ihr eine Geschichte aus der Tierwelt vor. Samstags fährt er jede Woche zum Supermarkt und kauft vom Kirschsaft über Käse, Joghurt und Toilettenpapier alles ein, was die Familie so braucht. Zudem kümmert er sich liebevoll um seine Schwiegermutter, wenn sie sonntags zu Besuch ist. Er serviert ihr ihren Lieblingskräutertee mit einem großen Stück selbst gebackenen Käsekuchen. Was schätzen Sie bei Ihrem Partner besonders? Was tut er Ihnen Gutes? Sagen Sie ihm oder ihr das!

Bleibt es nicht bei den kleinen Konflikten des Alltags oder schwellt schon lange ein Thema, dann rufen Sie mich unter 089/ 759 98 248 an oder schreiben an kontakt@renate-gentner.de und wir besprechen was es für Möglichkeiten gibt den Konflikt zu lösen.

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